"Die Mundarten der Voerregion sind auf der dialektologischen Zuordnungskarte verbunden mit den übrigen Dialekten von Belgisch-Limburg, Niederländisch-Limburg und des germanischen Nordostens der Provinz Lüttich", sagt Dr. José Cajot.
"Mit diesen Dialekten und mit den anderen des deutschen Sprachgebiets bilden sie die heterogene Übergangszone zwischen dem Brabantischen im Westen und dem Ripuarischen oder dem Kölnischen im Osten, die wissenschaftlich Ost-Niederfränkisch Süd-Niederfränkisch oder einfach Limburgisch genannt wird."
Es ist jedoch nicht anzuraten, für die Dialekte der Voerregion die Bezeichnung 'Platdiets' zu verwenden, weil das den Eindruck erwecken könnte, dass sie etwas Separates wären, Dialekte, die deutlich von den Dialekten der angrenzenden Orte von Belgisch-Limburg im Westen und den niederländisch-limburgischen Nachbardörfern im Norden zu unterscheiden wären.
Das Niederländische wurde in der Vergangenheit auch 'Diets/Duuts' und 'Nederduits' genannt.
'Diets/Duuts': Sprache des Volkes vom Mittelalter bis ca. 1500
Niederländisch: ab ca. 1514, und hauptsächlich in den 'Südlichen Niederlanden' (Flandern)
'Nederduits': ab Mitte des 16. Jahrhunderts bis sporadisch noch zum Beginn des 20. Jahrh.
Niederländisch und Deutsch sind zwei getrennte germanische Sprachen, gleichwertige Kultursprachen. Der Voerener Dialekt ist überhaupt kein Deutsch, sondern eine örtliche Ansammlung niederländischer Dialekte.