Gastronomie und regionale Produkte...

Die Voerregion bietet nicht nur eine einzigartige Landschaft, sondern auch eine Reihe von Küchengeheimnissen und regionalen Produkten. Einige Beispiele finden Sie im Folgenden.

Voerdrupke (Schwarzdorn- Schlehdornschnaps)

Das 'Voerdrupke mit Sjlieëkreke' ist ein leichter 22%iger Aperitif-Genever, der aus einem Extrakt von Schlehdornfrüchten, die im Voergebiet gepflückt werden, gebrannt wird.

Den stacheligen Schlehdorn (Prunus spinosa) findet man im Voergebiet an Waldrändern, kleinen Steilhängen und Wegböschungen. Er blüht sehr früh im Jahr und verschafft so, mit seinen zartweißen Blüten, einer Anzahl von Insekten die erste Frühlingsnahrung. Im Herbst trägt der Strauch runde, blaue und sehr herbe ('sleeuwe') Pfläumchen , die "sjlieëkreek". Im Voerener Dialekt kennt man auch den Ausdruck "sjlieë täng" (etwa 'schlehige' Zähne): das Gefühl, das man an den Zähnen bekommt, wenn man einen sauren Apfel, Rhabarber....oder eben Schlehenpfläumchen gegessen hat. Die gelungene Kombination aus Limburger Genever und der pikanten Voerener Frucht bescherte uns eine wahre Leckerei.


das 'Voerdrupke'
Foto: G. Sweron

Den Voerener Schlehengenever kann man in kleinen Flaschen mit 20 cl zum Preis von EUR 5,30 und in Zierflaschen mit 70 cl zu EUR 12,95 kaufen. Der Steinkrug mit 70 cl kostet EUR 13,95

Ein echter Tipp!

Servieren Sie das "Voerdrupke" in einem Cognacglas mit einem Stückchen Eis, als Aperitif oder zwischendurch, als Absacker, oder....ganz normal, wenn man Appetit auf etwas "Leckeres" hat!

Das "Voerdrupke" kann man im Fremdenverkehrsamt ('VVV') von 's-Gravenvoeren kaufen.


Der Voerener Platz (Kuchen)

Dieser Kuchen ist eigentlich eine Variante der 'Brote', die im Mittelalter in Wallonien unter dem Namen 'cougnoulx' oder 'couglou' bekannt waren.

Zutaten:1.500 g Mehl, 60 g Hefe, 525 ml lauwarme Milch, 5 Suppenlöffel Honig (ca. 90 g), 50 g geriebene Mandeln, 5 Eier, 300 g Rahmbutter, 150 g Backmargarine, 150 g Schmalz (zusammen also 600 g Fett), 30 g Salz, 650 g   Zucker (Nr. 5).

Zubereitung: mit der Hälfte der Milch die Hefe auflösen. Dann 500 g Mehl zusammen mit dem Honig und den geriebenen Mandeln zufügen. Lassen Sie dann diesen 'Vorteig' ungefähr eine Stunde ruhen. Fügen Sie dann nacheinander den Rest der Milch, das Mehl, die Eier und die Butter hinzu. Gut durchkneten. Salz kommt erst ganz zum Schluss hinzu. Legen Sie die Teigmasse für drei Stunden an einen kühlen Platz oder unter ein feuchtes Küchenhandtuch. Fügen Sie dann die 650 g Zucker hinzu (leicht durchmengen, ohne zu kneten). Den Teig verteilen und alles aufs Neue in gut mit Butter ausgestrichenen Formen gehen lassen (ungefähr 45 Minuten). Der Platz (Kuchen) wird 30 Minuten lang bei ziemlich hoher Backofentemperatur gebacken. Guten Appetit!


 

Forelle

Forelle auf Voerener Art

Dass Forellen in Voeren ganz obenan auf der gastronomischen Karte stehen, hat natürlich alles mit der Tatsache zu tun, dass dieser Süßwasserfisch noch stets in den Flüsschen und Bächen des Voergebiets vorkommt. Darüber hinaus werden in den Ringteichen der ehemaligen Kommende des Deutschen Ordens in Sint-Pieters-Voeren jährlich Zehntausende von Regenbogen- und Lachsforellen gezüchtet.

Rezept: die gesäuberte Forelle in eine feuerfeste Schüssel legen und mit trockenem Weißwein, vorzugsweise Apfelwein aus den 'Kelders I genne Pley' (in 's-Gravenvoeren) übergießen.

Rundherum etwas gehackte Schalotten, Estragon und Zitronenmelisse streuen. Auf schwachem Feuer garen lassen. Vom Herd nehmen und den Sud mit einer 'Holländischen Sauce' binden.

Wegen eines Besuches der Fischzucht in Sint-Pieters-Voeren schauen Sie unter 'Tagesausflüge'.


Kernobstwein

Die Voerregion ist ein altes Obstgebiet und der mittlere Jahresertrag von Kernobst, vor allem Äpfel, beträgt 2.600 Tonnen. Wir kennen nicht weniger als 58 Sorten. Der allergrößte Teil des Obstes geht zur Versteigerung in Borgloon/Wezet und zu den Cidrefabriken in Thimister und Aubel; aber in kleinem Maße wird auch in Voeren, in Familienkellern, Kernobst zu Wein verarbeitet.

Jean-Marie Ernon aus 's-Gravenvoeren versucht, die Familientradition wieder aufleben zu lassen, und es gelang ihm, ein ganz herrliches Produkt herzustellen. In seinem, wie er es selbst nennt, 'pomoenologischem' (zusammengezogen aus 'Pomologie' = den Obstbau betreffend und 'Önologie'= Weinbaukunde) Forschungszentrum vertieft er sich in die Möglichkeiten eines Produkts von eigenem Voerener Boden. Dort wurden bereits 31 Apfelsorten zu Wein verarbeitet, mit einem überraschenden Resultat.


J-M Ernon
Foto: G. Sweron

Jeder Apfelwein ist sortenrein, Jahrgänge werden nie gemischt. Jean-Marie studiert ganz genau die Rasse und die Herkunft; ferner sind Flurkarten und geologische Karten, Luftfotos und mikroklimatische Daten beinahe genau so wichtig wie die Presse. Sorgfältig werden Besonderheiten hinsichtlich Blüte, Wachstum und Pflückzeit, Reifung, Nachreifung, Gärungs- und Reifungsbegleitung   - und hübsche Anekdoten über die 'Geburt'   von jedem Bottich und 'dash' aufgezeichnet.

Eigentlich ist es am besten, ihn selber über alles zu fragen, denn für eine kleine Probe und eine spannende Geschichte ist Kellermeister Jean-Marie immer zu haben.

J-M Ernon, Kelders I Genne Pley, Pley 18, 3798 's-Gravenvoeren, tel. 0032 4381 04 18



P. Akkermans
Foto: G. Sweron

Wein in der Voerregion

Alte, in Vergessenheit geratene Namen wie 'Wiegersberg' und 'Wiegershage' weisen auf den Weinanbau in den früheren Zeiten im Voergebiet hin.

Die hoch gelegene Voerregion bietet auf einer Reihe von Stellen ein günstiges Mikroklima und kalkreiche Böden, wodurch Weinanbau sehr wohl möglich ist. Der 'Pietershof' in Teuven verwaltet zwei Weinberge zu beiden Seiten der alten Heerstraße von 'De Planck'.

Diese Weinberge liefern sehr schöne Weine vom Elsasstyp, wie Edelzwicker und Pinot Gris.

Aber auch der Rotwein der Pinot Noir-Traube ist von respektabler Qualität.

Die Weine werden in verschiedenen Restaurants im Voergebiet ausgeschenkt und man kann sie auch im örtlichen Fremdenverkehrsamt kaufen.

Es gibt auch die Möglichkeit, die Weinberge und die Weinkeller zu besuchen und sich über Weinbau und Weinherstellung informieren zu lassen. Natürlich werden die Weine vor Ort verkostet.

Diese Möglichkeit besteht für Gruppen (mindestens 12 Personen) nach Absprache (aber Achtung: Führungen nur auf Niederländisch). Kosten: EUR 9,50 pro Person. Pietershof, Plankstraat 6, 3793 Teuven, Tel. 04/3812438, siehe Tagesausflüge.

Lesen Sie die Seite über den Pietershof im Frühjahrsmagazin 'Landgoed Vliek '04', Seite 9.



Voerener 'trip'
Foto: G. Sweron

'Voerense Trip' (Voerener Trip)

Das Wort 'tripsop' stammt von 'trip' oder 'tripe' (Eingeweiden), in Flüssigkeit/Sud oder Brühe (= 'sop') gekocht.

Bei einem Wettstreit, den die Berufsvereinigung der Limburger Metzger organisierte, gewann der Voerener Metzger Raymond Meertens eine Goldmedaille und eine Silbermedaille mit seinem 'Trip'. Am besten lassen wir ihn selber etwas über diese Voerener Spezialität sagen:

"Weißen 'Trip' machen - ursprünglich ist das der 'boudin blanc' aus dem Lüttichen - lernte ich von meinem Vater, und der hatte es wiederum bei den Patres von 'Godsdal' ('Val-Dieu') gelernt. Bei der Zubereitung gehe ich von Milch mit rohem Fleisch aus, u.a. abgeschmeckt mit Majoran. Man kann es roh essen oder auf dem Grill gebraten.

Der rote 'Trip' verdankt seine Qualität vor allem der Art, wie ich das Fleisch zuerst einen ganzen Tag lang mit allerhand Gemüse ziehen lasse, danach wird etwas frisches Blut hinzugefügt. Die klassische Art, wie wir den roten 'Trip' in Voeren essen, ist gebraten mit Apfelscheiben. Königin Beatrix der Niederlande war 1993 inkognito auf Besuch in der Voerregion und sie fand es eine echte Leckerei."

Roter und Weißer 'Trip' kann man kaufen bei:

Slagerij   (Metzgerei) R. Meertens, Xavier Vliegen
Hoogstraat 240, 3798 's-Gravenvoeren, Tel.: (04)381 00 97


(Stink-)Käse oder Romadur aus 'Herve'

Die Voerregion geht nach Osten zu allmählich in das 'Land von Herve' über, darum bekommt man auch alle Produkte, die für dieses Gebiet typisch sind. Die typischen, stark riechenden Würfelkäse werden wie folgt zubereitet: frische, rohe Milch lässt man mit einem Schuss Labfmagensaft eines Milchkalbs gerinnen. Wenn die Gerinnung erfolgt ist, trennt man die Molke von der dicken Masse, dem Käsebruch. Nachdem dieser genügend abgetropft ist, wird er leicht gepresst und in Würfel geschnitten. Nach einem kurzen Trocknungsprozess, wird der Käse gesalzen, indem man ihn in ein Pökelbad taucht. Dann beginnt die erste, aber zugleich auch wichtigste Phase des   Reifungsprozesses über ungefähr acht bis zehn Tage: täglich werden die kleinen Käse einige Male umgedreht und gewaschen. Der Käse reift erst richtig und riecht stark, wenn der Romadur   aus dem kühlen Keller auf Zimmertemperatur gebracht wird - und dann ist eine übergestülpte Käseglocke absolut kein überflüssiger Luxus!

Diesen 'Herver' Käse bekommt man u.a. bei:

Slagerij (Metzgerei) R. Meertens, Xavier Vliegen
Hoogstraat 240, 3798 's-Gravenvoeren, Tel.: (04)381 00 97


Rick's Bier, einheimisches Bier aus Voeren

Rick's Bier ist obergärig mit Nachgärung in der Flasche und in allem ein typisches Produkt aus dem noch stets rätselhaften Voergebiet. Der handwerklich hergestellte Apfel- und Birnensirup oder auch Kirschen geben diesem Qualitätsbier durch alle Jahreszeiten hin einen bemerkenswerten Charakter:

Mit der richtigen Temperatur serviert und in einem speziell für dieses Bier entworfenen Glas gewahrt man erst einen leichten Duft, der diesem Gerstensaft eigen ist und der uns wohl sagen will: 'Nur auf der Zunge gebe ich etwas von meinem Voerener Mysterium preis.'

Die Schanktemperatur liegt zwischen 6 und 10° C.

Das Bier kann man im Fremdenverkehrsamt ('VVV')
von 's-Gravenvoeren kaufen.


Rick's Bier
foto G. Sweron

Äpfelsirup aus Voeren

In Voeren wird an verschiedenen Orten noch echter Birnensirup auf handwerkliche Art und Weise so unverfälscht gebrannt, wie in den vergangenen Jahrhunderten. Das geschieht in großen Kupferkesseln von ca. 800 Liter Inhalt , über offenem Feuer auf dem 'Boden' einer Brennerei (eigentlich eine offene Scheune). Das Hochstammobst wird in einem Verhältnis von 70 % Birnen zu 30 % Äpfeln gemischt.

Danach unterliegt es einem Koch-Press-Koch-Prozess, der ungefähr 22 Stunden dauert. Danach kann der Sirup geschöpft werden, wobei von 800 kg Obst ungefähr 100 kg Sirup übrig bleiben.


Der Sirupbrenner in Sint-Pieters-Voeren
Foto: G. Sweron

Der Voerener Sirup ist ein echtes Naturprodukt ohne jegliche Zusätze.

Zu kaufen im Fremdenverkehrsamt ('VVV') in Töpfen von 650 g zu EUR 3,70

Wegen gastronomischer Arrangements, mitten in der Woche oder am Wochenende, können Sie sich an die meisten Voerener Hotels wenden.


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